Die richtige Kommunikation
In der heutigen Zeit sind Hundebesitzer mehr denn je darauf bedacht, alles richtig zu machen. Sie investieren in Bücher, Videos, beteiligen sich an Facebook-Gruppen und Foren, besuchen Kurse wie Agility zur gezielten Auslastung ihrer Vierbeiner und legen großen Wert auf eine sorgfältige Futterauswahl – oft ohne dabei auf die Kosten zu achten. Ihr Ziel ist es, ihrem Hund ein erfülltes Leben zu bieten. Trotz dieser Bemühungen beobachten wir einen Anstieg verhaltensauffälliger Hunde.
Viele Menschen haben die besten Absichten, übersehen dabei aber einen grundlegenden Aspekt der Hundehaltung: die effektive Kommunikation mit ihrem Hund.
Es geht nicht um eine Fülle von Kommandos, die in herkömmlichen Hundeschulen gelehrt werden. Befehle wie „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“ sind nicht Teil des natürlichen Verhaltensrepertoires von Hunden und erfordern eine gezielte Konditionierung. Diese Art von Training sollte eher als „Dressur“ verstanden werden.
Echte Hundeerziehung findet im alltäglichen Miteinander statt und basiert auf gegenseitiger Kommunikation, dem Lösen von Konflikten, dem Verwalten von Räumen und Ressourcen sowie dem Aufbau von Respekt und Akzeptanz. Beide Trainingsansätze haben ihre Berechtigung, sollten jedoch klar voneinander abgegrenzt werden.
Für das Zusammenleben ist besonders die Ansprechbarkeit des Hundes wichtig. Ein Hund, der im Freilauf nicht auf seinen Namen hört und „sein eigenes Ding“ macht, ist nicht kontrollierbar. Ein grundlegendes Prinzip lautet: Freilauf ist nur dann möglich, wenn der Hund auch abrufbar ist. Die Basis dafür legen wir zu Hause und im eigenen Garten, bevor wir den Hund mit den Herausforderungen der Außenwelt konfrontieren.
Unser Ansatz nutzt überwiegend Körpersprache und positive Verstärkung. Wir distanzieren uns von rein antiautoritären Methoden sowie von übermäßigem Druck. Stattdessen setzen wir, ähnlich wie Hunde untereinander, auf kurze und klare Grenzen und kehren danach zur Normalität zurück.
Ohne ein fundiertes Wissen über Hunde und ihre Körpersprache ist es schwierig, Trainingsziele zu erreichen. Daher bieten wir regelmäßige Theoriesitzungen mit Beispielvideos an, um ein tieferes Verständnis zu fördern.
Unsere Gruppentrainings fördern den sozialen Kontakt zu Artgenossen, ergänzt durch Online-Videoanalysen für Selbstreflexion und kontinuierliches Feedback durch unser Übungsleiterteam.
Zudem organisieren wir wöchentliche „Packwalks“ – strukturierte Spaziergänge, die dem Hund Sicherheit durch das Rudel und Führung durch den Halter vermitteln, allerdings vorrangig für langjährige Vereinsmitglieder.
Unser Ziel ist es, dich und deinen Hund auf eine Reise zu einem harmonischen Miteinander zu führen, gestützt auf Verständnis, Kommunikation und gegenseitigem Respekt.
Probleme mit dem Hund
Verhaltensprobleme bei Hunden sind häufig auf eine nicht optimale Kommunikation zwischen dem Hundehalter und seinem Tier zurückzuführen. Um eine positive Veränderung herbeizuführen, ist es zunächst erforderlich, dass der Halter eine selbstkritische Haltung einnimmt. Bereits scheinbar kleine Verhaltensweisen des Halters können beim Hund den Eindruck erwecken, er müsse für alle Belange im Haushalt verantwortlich sein. Daher ist es essentiell, eine klare Führungsrolle zu übernehmen, ohne dabei die emotionalen Bedürfnisse des Hundes zu vernachlässigen. Liebevolle Zuwendung sollte gezielt und im richtigen Kontext erfolgen.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Hund, unabhängig von seiner Größe, grundsätzlich ein Raubtier mit potenziell gefährlichen Instinkten ist.
Beispiele für Verhaltensweisen, die auf eine fehlgeleitete Kommunikation hinweisen können, umfassen:
- Aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden
- Das Verfolgen des Halters im Haus ohne Aufforderung
- Das Stehlen von Nahrung vom Tisch
- Aggressives Verhalten am Zaun bei Vorbeigehen anderer Hunde
- Unangemessenes Begrüßen von Besuchern oder gar Angriffe auf diese
Diese Aufzählung ließe sich erweitern und zeigt in der Regel auf, dass eine klare Führung durch den Halter fehlt oder eine Dysbalance in der Beziehung zwischen Mensch und Hund besteht. Indem der Halter lernt, in allen Lebenslagen eine ruhige und souveräne Führungsrolle einzunehmen, können diese Verhaltensprobleme effektiv adressiert und gelöst werden.
In unseren Augen gibt es keine Problemhunde - es gibt nur Hunde, die sich problematisch verhalten. In den Augen der Hunde macht ihr Verhalten nämlich Sinn, es hat eine Ursache.

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